Wer an die Halbinsel Tihany am Plattensee denkt, hat meist sofort das Bild der majestätischen Abtei und duftende Lavendelfelder vor Augen. Doch Tihany hat eine wilde, fast unberührte Seite, die sich am besten zu Fuß entdecken lässt.

Unser Abenteuer startete mit dem Ziel, den Külső-tó zu umrunden. Dieser See ist eigentlich der Hauptkrater des einstigen Vulkans und heute ein streng geschütztes Paradies für Wasservögel. Das Gebiet ist stark verlandet und gleicht einer mystischen Moorlandschaft, in der das Schilf sanft im Wind wiegt. Um einen echten Überblick zu bekommen, steuerten wir unser erstes großes Etappenziel an: die Aussichtswarte Őrtorony-kilátó (Aussichtsturm).
Nachdem wir die Aussicht genossen hatten, setzten wir unseren Weg fort. Die Landschaft veränderte sich überraschend schnell. Eben noch im feuchten Moorgebiet unterwegs, fanden wir uns plötzlich in einer steppenartigen Landschaft wieder. Der Pfad führte uns vorbei an kargen, sonnenverwöhnten Hängen, die fast schon an die ungarische Puszta erinnern. Mit etwas Glück kann man hier die typischen ungarischen Graurinder oder Ziesel beobachten, die über die weiten Wiesen flitzen.

Schließlich erreichten wir den Belső-tó. Im Gegensatz zum Äußeren See ist der Innere See eine offene Wasserfläche, die idyllisch im Tal liegt. Hier herrscht eine unglaubliche Ruhe, die nur vom Schnattern der Gänse unterbrochen wird. Ein perfekter Ort für eine kurze Verschnaufpause.
Das absolute Highlight und der krönende Abschluss unserer Wanderung war die Benediktinerabtei Tihany. Die barocken Zwillingstürme sind das Wahrzeichen der Region. Von der Aussichtsplattform neben der Abtei hat man wohl den schönsten Blick über den Balaton – das perfekte Motiv für das finale Erinnerungsfoto einer fantastischen Tour.

